Fettkraut

Eigenschaften und Anbau des Fettkrauts

Das Fettkraut* wird auch blaues Fettkraut, Kiwitzfettkraut oder gewöhnliches Fettkraut genannt. Der lateinische Name der Pflanze lautet Pinguicula vulgaris. Es handelt sich hierbei um eine fleischfressende Pflanzenart aus der Gattung der Pinguicula, der Fettkräuter.

Was ist Fettkraut?

Das Fettkraut ist eine krautige und mehrjährige Pflanze. Das Wurzelwerk der Pflanze ist schwach ausgebildet und besteht aus vielen, kurzen und feinen Haarwurzeln. Diese sind 1 bis 3 Zentimeter lang und sterben bei der Ausbildung von winterlichen Knospen ab. Sie werden jedes Jahr durch neue Wurzeln ersetzt.
Fünf bis elf gelbliche bis hellgrüne, fleischige und längliche Blätter bilden hier eine flach am Boden befindliche rosenartige Struktur mit bis zu 16 Zentimeter Durchmesser. An der Außenseite und der Blattoberfläche sind diese Blätter leicht klebrig und vom sogenannten Fangsekret umgeben und bedeckt, mit dem sie Insekten und auch Pollen fangen.

Von Mai bis zum Monat August blüht das Fettkraut an bis zu 15 Zentimeter hohen Blütenstielen rosa-violett bis weißlich mit einem weißen Schlundfleck. Die Blüte ist zygomorph und besitzt 10 bis 13 Millimeter lange und gespornte Blütenblätter. Die eiförmigen Fruchtkapseln besitzen reichlich schwarze und feine Samen.

Anbau und Ökologie des Fettkrauts

Nach dem Fang der Beute scheiden kleine, der Blattoberfläche aufsitzende Drüsen Verdauungssekrete ab und absorbieren die auflösbaren Spaltprodukte. Da in der Cuticula, welche das Blatt vor der Austrocknung schützen, kleine Löcher verbleiben, ist das Fettkraut zwingend auf luftfeuchte Standorte angewiesen. Je Blatt sind circa 40.000 Drüsen vorhanden. Beim Vorgang der Verdauung rollen sich die Blätter vom Rand hinein, vor allem in jenen Bereich, in dem sich die Insekten als Beute befindet. Hierdurch kommen die Insekten mit den Drüsen in direkt Kontakt und die Produkte der Verdauung werden auf dem Blatt gehalten. Auch Pollen werden hiermit durch das Fettkraut festgehalten und anschließend verdaut. Speziell bei der Pflanzenart Fettkraut kann über 50 Prozent der aufgenommenen Proteine von den Pollen stammen.

Die Blüten sind kleine, durch Krümmung des Stiels auf dem Haupt stehende, Rachenblumen. Die länglichen Blütenstiele sollen das Fangen von möglichen Bestäubern verhindern. Die Bestäubung erfolgt vorrangig durch Bienen, aber auch die Selbstbestäubung ist üblich. Früher wurden vor allem die Blüten als Fliegenklemmfallen bezeichnet, weil durch die gerichteten Sperrhaare des Blütenstandes die Fliegen gezwungen werden, sich hieran hochzustemmen, wobei sie gegen die Staubbeutel und auch die Narbe und drücken. Zu große Fliegen drücken sich am Fettkraut* fest und verhungern hierbei. Statt des Nektars befinden sich im Pflanzensporn schleimige Haare, die aber zur Täuschung der Insekten vorhanden sind.

Die Pflanze beginnt erst nach einigen Jahren zu blühen.
Die Früchte sind 2-klappig vielsamige, aufspringende Kapseln, die auf einem eher trocknen Stiel stehen. Diese wirken als Tier- und Windstreuer. Die Samen sind Körnchenflieger und besitzen keinerlei Nährgewebe. Es handelt sich hierbei um Lichtkeimer und aufgrund der geflechtartigen Oberflächenstruktur sind diese gleichzeitig schwimmfähig. Die Fruchtreife der Pflanze erstreckt sich von Juni bis September.

Beim Fettkraut handelt es sich um ein Hemikryptophyt. Die Überwinterung geschieht in einer dem Boden aufliegenden und zwiebelartigen Winterknospe. Diese wird als Hibernakel bezeichnet, die stets im Frühjahr austreibt. Eine Vermehrung erfolgt durch die etwa 3 Millimeter großen Brutzwiebeln, die sich nach oder auch während der Blüte in den Blattachseln ausbilden. Zudem können beim Fettkraut Winterknospen auch durch Schnee fortbewegt werdenWenn man das Fettkraut im Haus oder auch in der Wohnung anbauen möchte, sollte der fleischfressenden Pflanze einen vorwiegend hellen Standort bieten. Zu viel Sonne sollte jedoch vermieden werden.

Ein halbschattiger Platz auf der ist für das Fettkraut optimal. Die Erde, die man bei der Zimmerkultur verwenden, kann aus handelsüblichem Substrat speziell für Karnivoren bestehen oder auch eine Mischung aus Torf und Quarzsand sein. Bei Temperaturen zwischen 18 und 30 Grad Celsius und einer Luftfeuchtigkeit bis zu 70 % ist für das Fettkraut am besten geeignet.
De Pflege der Pflanze gestaltet sich recht einfach. Regelmäßiges Gießen ist zwingend notwendig. Im Winter sollte die Wassergabe jedoch eingeschränkt werden. Das Gießen sollte stets vorsichtig erfolgen. Staunässe sollte man unbedingt vermeiden.

Das Fettkraut* benötigt keinen Dünger, da die aufgenommenen Insekten, die als Nahrung dienlich sind, ausreichend Nährstoffe enthalten. Im Winter, wenn es weniger Insekten gibt, nimmt die Pflanze die benötigten Nährstoffe aus ihren Blättern, die sehr dickfleischig sind.
Das Umtopfen gehört zur Pflege des Fettkrauts unbedingt dazu. Einmal im Jahr ist das Umtopfen nötig, wenn der Topf für das Fettkraut zu klein wird.

Fettkraut vermehren

Fettkraut vermehren ist recht einfach. Die Vermehrung erfolgt mit Samen oder den Blattstecklingen. Die Blattstecklinge werden im frühen Herbst gesetzt. Man schneide mit einem Messer ein Blatt, das noch ein kleines Stück des Pflanzenstils besitzt, von der sogenannten Mutterpflanze ab. Das Messer sollte hierbei scharf sein, damit ein möglichst glatter Schnitt entlang des Stiels.

Man gibt anschließend das Substrat in kleine Pflanztöpfe oder auch Schalen und gibt die Blattstecklinge hinzu. Dabei müssen die Stecklinge so tief eingesetzt werden, sodass lediglich noch das Blatt sichtbar ist. Man besprüht anschließend die Stecklinge mit Wasser und hält sie in der kommenden Zeit regelmäßig feucht. Am besten ist es für die kleinen Pflanzen, wenn man Folientüten über die Stecklinge zieht, die als Schutz vor möglicher Verdunstung und auch für ein geeignetes Wachstumsklima sorgen. Das Fettkraut vermehren benötigt weiterhin keine besondere Aufmerksamkeit.

Quellenangaben
https://www.gartenlexikon.de/fettkraut/
https://de.wikipedia.org/wiki/Gemeines_Fettkraut

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